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	<title>Reformpflege &#187; Wellcare</title>
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	<description>Neue Wege in der Pflege</description>
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		<title>Schöner Lesen</title>
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		<pubDate>Thu, 31 May 2012 19:15:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Zajac</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einiger Zeit bin ich von einem Verlag angeschrieben worden, ob ich mir vorstellen könnte eine Auswahl der reform<strong>pflege</strong>-Texte in einem Buch zu veröffentlichen. Das, so fand ich, ist in Zeiten der Urheberrechtsdebatte eine seltsame Idee, einfach einmal den umgekehrten Weg zu gehen, und frei zugängliche Internet-Texte als kostenpflichtige Druckversion zu publizieren. Und weil ich grundsätzlich und immer seltsamen Ideen gegenüber aufgeschlossen bin, schrieb ich zurück, dass ich dies für eine sehr interessante Idee hielte, mich aber dennoch fragen würde, wer denn dieses Buch lesen solle, worauf mir geantwortet wurde, dass nicht ein jeder Blogs lese, was zumindest für die Pflege ganz sicher zutreffend ist, da es ganz sicher keine analogere Branche auf dieser Welt gibt als eben die Pflege, und ich natürlich nicht einfach nur das Blog als Buch zur Veröffentlichung freigeben solle, sondern nur eine Auswahl der „besten“ Texte, die zudem vorher von dem Autor, also mir, in systematischen Zusammenhang gebracht und gebenenfalls mit einem Kommentar oder einer Einleitung versehen sein sollten. Also machte ich mich daran, die Texte der reform<strong>pflege</strong>, von denen ich die meisten seit ihrer Veröffentlichung nicht mehr gelesen hatte, in einen systematischen Zusammenhang zu bringen, wobei ich doch einigermassen erstaunt feststellte, dass die reform<strong>pflege</strong> seit ihrem ersten Text vom Mai 2010 eigentlich nur drei thematische Schwerpunkte verfolgt, die, sobald sie endlich in einen thematischen Zusammenhang gebracht werden, wesentlich aufschlussreicher und eingängiger zu lesen sind als auf dem Blog, da sie dort blogbedingt chronologisch über die Jahre erschienen und somit thematisch zerrissen sind.</p>
<p>Die drei thematischen Schwerpunkte, die ich identifiziert habe, und die in dieser Reihenfolge auch im Buch erscheinen werden sind: (1) Pflege und Gesellschaft, (2) Reformpflege und natürlich (3) Von der Transparenz. Und während ich die Texte also systematisierte und die einzelnen Abschnitte mit einer Einleitung und das Buch mit einem Vorwort versah, fiel mir auf, dass der zweite Abschnitt, Reformpflege, jetzt im systematischen Zusammenhang, eine ziemlich erschöpfende Zusammenfassung dessen gibt, was wir im Haus Tanneck eigentlich jeden Tag veranstalten, wie unsere spezielle therapeutische Arbeit mit Menschen mit Demenz, demode, funktioniert, und dass es zur vollkommenen Erschöpfung dieses Abschnittes eigentlich nur noch eines bedarf und das ist eine Erläuterung unserer therapeutischen Verfahrensanweisungen, der demodule, wonach wir zufälligerweise schon öfters gefragt wurden, es bisher aber nicht zufälligerweise unterliessen, diese auch zu veröffentlichen.</p>
<p>Wer also wissen will, warum das Haus Tanneck eigentlich keine Pflegeeinrichtung ist sondern ein Club, ein Club Robinson oder Club Med für Menschen mit Demenz, der nicht an den Ufern des Mittelmeers sondern eben im Nordschwarzwald gelegen ist, dessen Gäste nicht nach zwei Wochen der sinnlosen Bespassung wieder nach Hause reisen, sondern länger bei uns verweilen, weshalb wir Tag für Tag, an 365 Tagen im Jahr, für diese unsere Gäste unterschiedliche Lebenswelten konstruieren, da diese Lebenswelten dem jeweiligen Grad der Demenz unserer Gäste sinnvoll angepasst sein müssen, um ihnen auch in der Demenz eine grösstmögliche Lebensqualität zu garantieren, und wie dieser lebensweltliche Alltag in den jeweiligen Gruppen konkret aussehen sollte, und welche demodule wir verwenden, und wie so ein demodul aufgebaut ist &#8211; die oder der kann das jetzt alles nachlesen.</p>
<p>„Reformpflege. Neue Wege in der Pflege“ erscheint zunächst <a href="https://www.morebooks.de/store/de/book/reformpflege/isbn/978-3-8417-7043-1" target="_blank"><span style="text-decoration: underline;">hier</span></a> und soll in einigen Tagen überall dort erhältlich sein, wo Bücher nun einmal erhältlich sind.</p>
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		<title>Wir Pflegebedürftigen</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 20:35:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Zajac</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie reformpflege berichtete, hat die schwarz-gelbe Koalition inzwischen einen ersten Entwurf der Pflegereform vorgelegt, der auf ziemlich viel Begeisterung gestossen ist, sodass für die weitere Umsetzung der Pflegereform eigentlich nur das Schlimmste zu befürchten bleibt, zumal das eigentliche Kernstück der Reform, die Einführung eines neuen  Pflegebedürftigkeitsbegriffs, jetzt wieder einmal verschoben worden ist. Und da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie reform<strong>pflege</strong> berichtete, hat die schwarz-gelbe Koalition inzwischen einen ersten Entwurf der Pflegereform vorgelegt, der auf ziemlich viel Begeisterung gestossen ist, sodass für die weitere Umsetzung der Pflegereform eigentlich nur das Schlimmste zu befürchten bleibt, zumal das eigentliche Kernstück der Reform, die Einführung eines neuen  Pflegebedürftigkeitsbegriffs, jetzt wieder einmal verschoben worden ist. Und da die politisch verantwortlichen Protagonisten sich nicht wirklich mit Pflege auskennen, sie vielmehr aus anderen Berufen in die Politik gewechselt sind, sie einstmals ihre Auskommen in der Wirtschaft, genauer in der Bankwirtschaft fanden und gerade Daniel Bahr während seiner Beiratstätigkeit bei der Ergo Versicherungsgruppe AG sogar Gelegenheit hatte, diese, seine spezifischen Bankwirtschaftskenntnisse noch um spezifische Kenntnisse über kapitalbildende Versicherungsmathematik zu erweitern, ist es nur auf den ersten Blick tröstlich, dass nun wieder ein Expertenbeirat eingesetzt werden muss, der den Herrn Bahr berät, wie der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff, der bereits 2009 durch einen Expertenbeirat erarbeitet wurde, <em>jetzt</em>, 2012, zügig umgesetzt werden kann.</p>
<p>Nun ist „Pflegebedürftigkeitsbegriff“ ein wunderschönes deutsches Wort, fast so schön wie „Begutachtungsassessment“, das zwar kein rein deutsches Wort ist, aber dennoch ziemlich wichtig klingt. Begibt man sich auf die Spuren dieses wunderschönen, rein deutschen Wortes, und begibt man sich so auf die Spuren, wie es derzeit allgemeiner Usus ist, so findet sich, dass Wikipedia dieses Wort eben nicht findet, seinen Sinn nicht anzugeben mag, was insofern erstaunlich ist, da doch immerhin eine ganze Expertenkommission voller Professoren und Doktoren eingesetzt wurde, die keinen anderen Zweck verfolgten, als eben diesen Begriff zu überprüfen, ihn neu zu definieren, um sodann auf ganzen 157 Seiten dem Bundesministerium für Gesundheit zu berichten, was von Wikipedia augenscheinlich aber nicht zur Kenntnis genommen worden ist. Damit aber nicht genug, sorgt doch auch der Wikipedia-Eintrag zur „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pflegebedürftigkeit" target="_blank">Pflegebedürftigkeit</a>“ gleich mit dem ersten Satz für Verwirrung, der da behauptet: „Pflegebedürftigkeit bezeichnet einen Zustand, in dem eine Person durch eine Krankheit oder Behinderung dauerhaft nicht in der Lage ist, alltäglichen Aktivitäten und Verrichtungen selbstständig nachzugehen und deshalb Hilfe zur Bewältigung der daraus resultierenden Defizite benötigt.“, was im Umkehrschluss eigentlich nur bedeuten kann, dass eine Person, die nicht krank oder behindert ist, auch keiner Pflege bedarf, was wiederum Unsinn ist, denn eine jede Person, sei sie krank oder behindert oder gesund, bedarf der Pflege, sie bedarf der Körperpflege, der psychischen Pflege, der sozialen Pflege, der seelischen Pflege usw., was wiederum nur bedeuten kann, dass wir alle pflegebedürftig sind, und zwar eigentlich und immer und zu jeder Zeit. Wir sind pflegebedürftig als Säuglinge, Kleinkinder, Teenager, Erwachsene, Senioren, Demente, Nicht-Demente usw., wir schleppen unsere eigene Pflegebedürftigkeit jeden Tag mit uns herum, gehen mit unserer eigenen Pflegebedürftigkeit jeden Abend zu Bett, stehen jeden Morgen mit unserer ureigenen Pflegebedürftigkeit wieder auf, betrachten sie im Spiegel, sehen sie in unseren Bartstoppeln, im zerzaustem Haar, spüren sie in den Knochen, in unserem Gedärm, fühlen sie als ein Bedürfnis nach Wärme, nach Sicherheit, nach Zuwendung, nach einem Anderen, nach etwas anderem usw., und unterscheiden uns lediglich hinsichtlich des Grades der Autonomie, indem wir selbst in der Lage sind, dieser ureigenen Bedürftigkeit nachzukommen oder eben nicht, das heisst, der erste Satz des Wikipedia-Eintrags müsste eigentlich lauten: „Heteronom versorgte Pflegebedürftigkeit bezeichnet einen Zustand…usw. usf.“, da der Zustand, den Wikipedia eigentlich erklären will, eben immer nur ein Zustand der beschädigten Autonomie, der defekten Eigensorge ist und sein kann. Es ist das einzige Verdienst der Demenz, dass sie die Unzulänglichkeit des historischen Pflegebegriffs offenbart hat, der in der Tradition der Medizin stehend, wahre Pflegebedürftigkeit immer nur in körperlichen Gebrechen verortet und selbst wenn in der psychiatrischen Tradition stehend, als Pflege, immer nur körperliche Ausgeglichenheit herzustellen hatte. Es ist die Demenz, die grausam deutlich gemacht hat, dass der historische Pflegebegriff schon der Defekt an sich ist, der die Autonomie eines Menschen zerteilt, ihm eine Pflegebedürftigkeit oder eben eine heteronom zu versorgende Bedürftigkeit nur dann zugesteht, wenn sie in Pflegeminuten an seinem Körper, an einem Defekt im Defekt abzulesen ist, statt auch an einem Defekt in seinem psychischen Erleben, an seiner Sozialität und somit an seiner Autonomie in ihrer Gänze. Eine traurige Reduktion auf einen Organismus, der nicht mehr fähig ist, „die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer“ (Wer denkt sich so etwas nur aus? Und wer kopiert diesen Satz aus dem SGB XI dann fast wortwörtlich nach Wikipedia?) eigenverantwortlich durchzuführen und diese Unfähigkeit dann bei Bedarf nach den Standards von irgendwelchen Begutachtungsassessments den Begutachtern des MDK vorzuführen hat. Die generelle Pflegebürokraten-Denke, das Kategorisieren menschlicher Betreuungs- und Pflegebedarfe in Stufen, unterstellt, dass der Aufwand einer professionellen Pflege- und Betreuungsqualität in den unteren Stufen weit geringer ist als in den oberen. Und eben dieses Unterstellen ist schon der Irrtum selbst, der auch nicht richtiger wird, wenn man jetzt, wie geplant, aus drei fünf Pflegestufen macht, um die Bedürfnisse der Menschen mit Demenz besser zu berücksichtigen, denn wenn man die spezifischen Bedürfnisse dieser Menschen aufrichtig und besser berücksichtigen wollte, dann könnte man wissen, dass eine Heimaufnahme eigentlich und immer und grundsätzlich aus einem einzigen Grund erfolgt und das ist eine beschädigte Autonomie, die den Betroffenen nicht mehr erlaubt, ihrer Bedürftigkeit in Eigensorge nachzukommen, was unterschiedliche Ursachen haben kann. Und wenn man jetzt mal unterstellt, dass es die Aufgabe einer modernen Pflege sein sollte, sich dieser beschädigten Autonomie anzunehmen, sie durch pflegerische, also professionelle Heteronomie so zu ergänzen, dass sie die noch gesunden Anteile der Autonomie nicht erstickt, dann ist es völlig unsinnig zu sagen,<em> dieser Mensch ist „nur“ dement, seine Demenz ist aber noch nicht so manifest, dass sie sich in erhöhter körperlicher Pflegebedürftigkeit niedergeschlagen hat, der „ist“ deshalb nur Pflegestufe I</em>, weil eben die durch die beginnende Demenz angegriffene Autonomie anders ergänzt, anders supplementiert werden muss als eine angegriffene Körperlichkeit, sie muss therapeutisch supplementiert werden und nicht pflegerisch, und sie bedarf gerade in der ersten Phase der Demenz einer sehr aufwendigen Supplementation, da eben der noch gesunde Anteil der Autonomie immer noch, wenn auch nicht jeder Zeit, so doch hin und wieder, wenn auch manchmal nur intuitiv, „versteht“, dass er gerade im Begriff ist, durch den beschädigten Anteil der Autonomie nach und nach zerstört zu werden, was Verzweiflung, Wut, Trauer in abgrundtiefer Hilflosigkeit zur Folge haben kann und wird. Da die Demenz aber meistens ein Prozess ist, wird der kleiner werdende „gesunde“ Teil irgendwann vergessen, er wird sich faktisch selbst vergessen und wird nach diesem Sich-Selbst-Vergessen zu einer „anderen“ Autonomie, die einer anderen professionellen Supplementation bedarf, deren Hauptaugenmerk nicht mehr auf der Vermeidung „negativer“ (und somit eigentlich gesunder) affektiver Impulse liegt, sondern sich darauf konzentrieren sollte, bei gleichzeitigem Anstieg der körperlichen Pflegebedürftigkeit, eine emotionale Geborgenheit herzustellen, indem die stationäre Pflege eine therapeutische und pflegerische Lebenswelt schafft, die dieser nun fast „kleinkindlichen“ Bedarfslage gerecht wird.   Und weil der Prozess Demenz meistens unerbittlich ist und nur in seltenen Fällen in irgendeiner seiner Phasen eine längere Pause einlegt, wird sich auch diese Bedarfslage &#8211; mal schneller, mal langsamer &#8211; wieder verändern, benötigt eine dann fast vollkommen ausgehöhlte Autonomie wieder eine andere Supplementation, da sie jetzt tatsächlich zu einer grösstenteils bedürftigen Körperlichkeit geworden ist, „(deren) gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer“ nun fast vollständig von Pflege übernommen werden muss, deren Techniken aber beispielsweise durch Basale Stimulation oder WellCare therapeutisch aufgeladen sein sollten. Wenn man diese Zeilen, die alltägliche Praxis reflektieren, liest, so wird man anerkennen müssen, dass die heteronom versorgte Pflegebedürftigkeit tatsächlich unterschiedliche Phasen (oder wenn man so will: Stufen) kennt, dass sich diese Phasen aber hinsichtlich des dafür notwendig zu betreibenden Aufwandes nicht unterscheiden, da der Prozess Demenz eben nicht nur pflegerische Herausforderungen bereithält sondern auch therapeutische und dass je mehr die therapeutischen Herausforderungen während des Prozesses der Demenz abnehmen, die pflegerischen zunehmen. Dieser Prozess ist also genauer gekennzeichnet nicht nur durch eine Dialektik zwischen Autonomie und Heteronomie sondern auch durch eine Dialektik zwischen therapeutischer und pflegerischer Professionalität, da sich die Intensität der notwendigen therapeutischen Interventionen mit der sich auflösenden Demenz-Autonomie verringert und die Notwendigkeit der rein pflegerischen Interventionen in gleichem Masse zunimmt. Eine Pflegereform, welche den Anspruch hat, die Situation von Menschen mit Demenz zu verbessern, Pflege also ausnahmsweise einmal von der Bedürftigkeit der Betroffenen her zu denken, hat dieser Tatsache Rechnung zu tragen, und das tut sie nicht, indem sie drei, fünf oder sechzehneinhalb Pflegestufen erfindet, wenn die stationäre Pflege eigentlich nur eine Pflegestufe braucht, da sich der professionelle Aufwand in jeder Phase der Demenz gleicht. Dass diese sich nun anbahnende Pflegereform nur wenig Interesse hat, die Situation von Menschen mit Demenz wirklich zu verbessern, zeigt schon ihr erkennbares Bemühen, die Betreuung von Menschen mit Demenz für ein wenig mehr Betreuungsgeld hauptsächlich in die ambulante Pflege zu verlagern, die dieser Aufgabe aber professionell gar nicht gerecht werden kann. Es ist die Demenz, die nicht nur den Defekt des bisherigen Pflegebedürftigkeitsbegriffes entlarvt hat sondern nun auch die Unzulänglichkeit des Pflegestufenmodells offenbart, das immer noch versucht, die Bedingungen der ambulanten, stationären und teilstationären Pflege über den gleichen drei- oder fünfstufigen Kamm zu scheren, obwohl doch schon längst offensichtlich sein sollte, dass für eine ambulante Pflege, die das leistet, was sie leisten kann, nämlich die Versorgung hauptsächlich körperlicher Pflegebedürftigkeit und die punktuelle Entlastung von betreuenden und pflegenden Angehörigen, das Pflegestufenmodell zwar nach wie vor eine Berechtigung haben kann, die es für die stationäre und teilstationäre Pflege, die eine professionelle Betreuung von Menschen mit Demenz leisten könnten, aber nicht mehr haben wird, wenn man den Betreuungsbedarf von Menschen mit Demenz endlich als gleichrangig mit dem allgemeinen körperlichen Pflegebedarf anerkennen würde.</p>
<p>Die Abschaffung der Pflegestufen in der stationären und teilstationären Pflege wäre aber nicht nur ein Gebot der Gerechtigkeit, sondern auch die einzige Möglichkeit, das Pflegeversicherungsgeld einzusparen, welches derzeit im behördendeutschen Begutachtungs-, Neubegutachtungs-, Wiederbegutachtungs- und Widerspruchsverfahrens-Wahnsinn tagtäglich verbrannt wird, ganz zu schweigen davon, dass die Abschaffung der Pflegestufen die Pflegeheime endlich von dem leider nicht immer unbegründeten Verdacht befreien würde, ihre Bewohner aus Kostengründen gerne in die nächsthöhere Pflegestufe „pflegen“ zu wollen.</p>
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		<title>demode &#8211; Hintergründe und Folgen</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 19:46:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Zajac</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei der Implementierung des Betreuungskonzeptes demode gab es keine Stunde Null. Das Haus Tanneck verfügte bereits über gewachsene soziotherapeutische Strukturen in der Betreuung von pflegebedürftigen Menschen mit chronisch psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen. Im Laufe der letzten Jahre veränderte sich die Bewohnerschaft dergestalt, dass immer mehr altersbedingt pflegebedürftige Menschen und unter ihnen Menschen mit Demenz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei der Implementierung des Betreuungskonzeptes demode gab es keine Stunde Null. Das Haus Tanneck verfügte bereits über gewachsene soziotherapeutische Strukturen in der Betreuung von pflegebedürftigen Menschen mit chronisch psychischen Erkrankungen oder geistigen Behinderungen. Im Laufe der letzten Jahre veränderte sich die Bewohnerschaft dergestalt, dass immer mehr altersbedingt pflegebedürftige Menschen und unter ihnen Menschen mit Demenz aufgenommen wurden. Dies erforderte eine Anpassung der in über 25 Jahren erworbenen therapeutischen Kompetenz an die Bedürfnisse eben dieser Klientel. Insofern kann man behaupten, dass demode über eine therapeutische Tradition verfügt. demode hat viele Mütter und Väter, die in den letzten 25 Jahren ihren Teil dazu beigetragen haben, ein Betreuungskonzept zu entwickeln, von dem sie in den ersten Jahren noch nicht wissen konnten, das es in modifizierter Form einst auch der Betreuung von Menschen mit Demenz dienen wird.</p>
<p>Das therapeutische Team unserer Einrichtung umfasst derzeit 8 Mitarbeiterinnen, die durch Betreuungsassistentinnen und Schülerinnen unterstützt werden. Das Team vereinigt ergotherapeutische, kunsttherapeutische, sozialpädagogische, pädagogische und soziologische Kompetenzen und wird ergänzt durch eine medizinische Bademeisterin, die in der Betreuung der dritten Demenzgruppe auch als kommunikatives Bindeglied zwischen dem Pflegedienst und den therapeutischen Abteilungen fungiert.</p>
<p>Das Haus verfügt über keine Sonderpflegesätze und ist deshalb gezwungen, die personellen Ressourcen so einzusetzen, dass die Trennschärfe zwischen Pflege und Therapie aufgehoben wird, ohne die jeweiligen Kernkompetenzen aufzuweichen. Therapie arbeitet für Pflege und umgekehrt.</p>
<p>Im Einzelnen hat dieses Modell folgende praktische Konsequenzen:</p>
<p>demode wirkt strukturell und inhaltlich. Der strukturelle Rahmen verleiht dem Bewohner Sicherheit und Geborgenheit. Inhaltliche Module stützen die kognitiven Ressourcen und/oder generieren auch in der Demenz ein grösstmögliches Mass an Lebensqualität.</p>
<p>Aufgrund der vertikalen Modularisierung bietet demode die Chance zu einer größtmöglichen Flexibilisierung und Individualisierung der therapeutischen Module. Die begleitende Therapie liefert therapeutische Antworten während der ganzen Demenzkarriere.</p>
<p>demode hat keinen &#8220;Eventcharakter&#8221; wie andere demenztherapeutische Angebote, demode arbeitet Tag für Tag das ganze Jahr hindurch und bleibt nicht auf einige wenige Stunden in der Woche beschränkt.</p>
<p>Lebensqualität beinhaltet auch einen gesunden Tag-und-Nachtrhythmus. demode liefert einen ausgefüllten Tag, die Bewohner werden in den Gruppen &#8220;müde gearbeitet“ und haben <em>in der Regel</em> einen guten Schlaf. Ein nächtliches Nomadisieren unausgelasteter Menschen mit Demenz unterbleibt. Unmotiviertes Klingeln in der Nacht wird auf ein Minimum reduziert. Das entlastet die Nachtwachen auf Station.</p>
<p>Während den Gruppen werden auch grundpflegerische Massnahmen (Toilettentraining, Flüssigkeitszufuhr, Dokumentation etc.) von den Therapeutinnen übernommen. Das entlastet den übrigen Pflegedienst. Im nicht immer zu gewährleistenden Idealfall &#8220;übergibt“ der Pflegedienst die mobile Bewohnerschaft morgens an die therapeutischen Abteilungen und &#8220;übernimmt“ sie, abgesehen von den behandlungspflegerischen Massnahmen, erst abends wieder in die alleinige Verantwortung. Das garantiert den immobilen und besonders pflegeintensiven Bewohnern tagsüber zusätzliche Pflegeressourcen.</p>
<p>Der Pflegedienst seinerseits integriert weiche therapeutische Inhalte (Basale Stimulation) in seine alltäglichen Arbeitsabläufe und unterstützt die Therapie bei der Umsetzung der demodule innerhalb der dritten Demenzgruppe.</p>
<p>Nicht alle Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes hatten in ihrer Ausbildung in ausreichendem Maße Kenntnis über den Umgang mit Menschen mit Demenz erlangt. Auch in den aktuellen Lehrplänen der Altenpflege ist dieses Thema gemessen an seiner Bedeutung deutlich unterrepräsentiert. Alle Auszubildenden des Hauses durchlaufen deshalb während ihrer praktischen Ausbildungsphasen alle demenztherapeutischen Abteilungen zum Zwecke der Nachschulung.</p>
<p>demode räumt jeden Tag das Haus auf. Die Bewohner sind in den Gruppen &#8220;aufgehoben&#8221;, wandern nicht durch das Haus, zappen sich nicht durch das TV-Programm oder laufen davon. Das Haus wird dadurch ruhiger, Stressfaktoren werden reduziert.</p>
<p>demode ist einfach. Aufgrund des strukturellen Rahmens, der vertikalen Modularisierung, der schriftlichen Fixierung der therapeutischen Module ist das Konzept schnell implementierbar.</p>
<p>demode ist praxiserprobt, aus der Praxis erwachsen und keine Kopfgeburt eines Einzelnen.</p>
<p>demode ist ein tagtägliches Ritual, ein soziales Konstrukt, das Mitarbeitern die immer gleichen Laufwege und Handlungsabläufe vorschreibt und ihnen dennoch auch Räume zur freien Gestaltung in eigener Verantwortung eröffnet. Das garantiert tagtägliche Handlungssicherheit ebenso wie die Möglichkeit zur eigenen sozialen Kreativität.</p>
<p>demode ist ein Betriebssystem, das jeden Tag auf das Neue konstruiert werden muss. demode ist keine therapeutische Wunderwaffe, die allen Bewohnern jeden Tag ein Dauergrinsen in das Gesicht zaubert. demode liefert nicht den &#8220;perfekten“ Tag. Besonders in der ersten Gruppe wird nicht nur gelacht sondern gelegentlich auch gestritten und geweint. demode bildet Leben ab, indem es Leben in der Sozialität spürbar macht und damit authentische Emotionen zulässt, statt nur sozial erwünschtes Verhalten durchzusetzen.</p>
<p>Den perfekten Tag gibt es nicht.</p>
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